Renaissancehaus (Ladenburg)

Germany / Baden-Wurttemberg / Ladenburg / Kirchenstraße, 45
 Haus, Holzfachwerkstil, geschütztes Baudenkmal

Das Renaissancehaus ist ein 1598 erbautes Fachwerkhaus und Patrizierhaus mit seltenen Renaissanceelementen für diese Gegend. Es wechselte über die Jahrhunderte mehrmals die Besitzer. Zuletzt befand sich im Renaissancehaus die Weinstube „zur Sackpfeif“.

Im Jahre 1629 gehörte das Gebäude dem Schulmeister Augustinus Herp. Dessen Stiefsohn Johann Friedrich Sorg wurde Mönch und vermachte es dem Kapuzinerkloster in Worms. Dieses Kloster verkaufte das Haus am 09.02.1671 an den Juden Moses (später genannt Lemle) „samt Kupfer und hülzern Geschirr“, welcher es mithilfe der jüdischen Gemeinde in eine Synagoge, Schule und Badehaus umfunktionierte. Um 1800 gehörte das Rennaissancehaus der Familie Kaufmann. 1832 wurde eine neue Synagoge in der Hauptstraße gebaut und das Renaissancehaus verkauft. 1904 starb die Besitzerin des Hauses, die Witwe Gertraude Stichs (daher auch Stichs' sches Haus). Die Stadt ersteigerte 1904 das Gebäude mit Mitteln des Christlichen Bürgerhospitalfonds und renovierte es bis 1909/1910 mit Unterstützung des Konservators der öffentlichen Baudenkmäler Philipp Kircher, Mitarbeiter des Großherzoglichen Konservators Dr. Ernst Wagner. Mit dessen Hilfe richtete dort Prof. Karl Wollenschläger im Jahr 1909 das erste Heimatmuseum ein.
Nearby cities:
Koordinaten:   49°28'18"N   8°36'38"E
Dieser Artikel wurde Vor 13 Jahren zuletzt bearbeitet