Salzburger Kirche (Gussew)

Russia / Kaliningrad / Gusev / Gussew / ulitsa Mendeljewa, 13а
 Lutherische Kirche, 1740s construction (en), object of cultural heritage of regional importance (Russia) (en)

Гусев / Gussew / Gumbinnen, ul. Mendeljew / Salzburger Straße

Salzburger Kirche + Haus Salzburg

Webseite der Salzburger Vereinigungen: salzburger.homepage.t-online.de
Austausch- und Informationsliste: SalzburgerEmigranten.de/
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Koordinaten:   54°35'12"N   22°11'40"E

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  • Weitere Hinweise: http://www.diakonie-gusew.de http://www.historisches-franken.de/auswanderer/salzburgeranstalt.htm http://www.salzburger.homepage.t-online.de/Anstalt.htm Familienforschung: http://www.famint.de.nr
  • Die Salzburger Exulanten waren protestantische Glaubensflüchtlinge aus dem Fürsterzbistum Salzburg. Um 1525 hatte die Reformation im Fürsterzbistum Salzburg viele Anhänger gefunden. Erzbischof Matthäus Lang und seine Nachfolger suchten sie mit Gewalt zu unterdrücken, auch Michael von Kuenburg, Johann Jakob von Kuen-Belasy, Georg von Kuenburg und Wolf Dietrich von Raitenau führten die Maßnahmen gegen die Protestanten im Rahmen der Gegenreformation und Rekatholisierung weiter. Ihre Lage unter den Erzbischöfen blieb daher ernst. Wolf Dietrich verwies die Protestanten im Jahr 1588 der Stadt. In der Stadt Salzburg lebten um 1600 nur noch wenige Protestanten (Geheimprotestanten). Max Gandolf von Kuenburg verwies 1684-1690 die Dürrnberger Protestanten und jene aus dem Defereggental des Landes. Erzbischof Leopold Anton von Firmian versuchte, die Protestanten 1729 durch jesuitische Missionare zu bekehren und schritt, als sie sich weigerten, zu Gewaltmaßregeln, zu welchem Zweck er 6.000 österreichische Soldaten ins Land holte. Mitte 1731 machte sich eine Abordnung der evangelischen Salzburger auf den Weg zum Kaiser nach Wien, wurde aber gefasst und in Haft genommen. Am 5. August 1731 kam es zum Treuschwur der evangelischen Salzburger („Schwarzacher Salzlecken“). Als das Corpus Evangelicorum für die Protestanten eintrat und verlangte, dass ihnen, dem Westfälischen Frieden gemäß, die Auswanderung mit einer dreijährigen Frist gestattet werde, wies sie der Erzbischof Mitte November 1731 aus und gewährte den ansässigen Bürgern nur drei Monate Frist. Besitzlose wurden vielfach handstreichartig ohne Vorwarnung gefangengenommen und unverzüglich gewaltsam außer Landes gebracht. Erst auf den Einspruch der protestantischen Fürsten, besonders des Königs Friedrich Wilhelm I. in Preußen, der am 2. Februar 1732 sein „Preußisches Einladungspatent“ erließ, wurde den Auswandernden zumindest ermöglicht, ihre bewegliche Habe mitzunehmen. Im Spätherbst 1731 wurden zuerst 4000 „unangesessene“ Mägde und Knechte zusammengefangen und sofort deportiert. Im April 1732 wurden vor allem Handwerker- und Bauernfamilien des Landes verwiesen. Fast ein Viertel der Ausgewiesenen überlebten die mühsamen Märsche im Zuge der Vertreibung nicht. Erst 1740 und auf mehrmaliges Betreiben des preußischen Königs hin wurden die überlebenden Emigranten für den Verlust der Höfe teilweise entschädigt. Die Vertreibung entsprach zwar weitgehend dem „geltenden“ Reichsrecht, des „cuius regio, eius religio“ (Der Landesfürst bestimmte die Religion der Untertanen), die Umstände der Vertreibung (u. a. ohne Einhaltung der Fristen) – erregten aber europaweit Widerwillen. Vergleichsweise besser hatten es die Emigranten, die in Ostpreußen ankamen. Mittellose Bauern bekamen hier vom preußischen König ein Stück Land zur Verfügung, Handwerker konnten ihrem Gewerbe in den Städten ungehindert nachgehen. Auch noch zwischen 1732–1772 wurden landesweit „überführte“ Protestanten des Landes verwiesen. Goethes „Hermann und Dorothea“ geht auf eine Episode der Salzburger Emigration zurück. Für das Erzstift Salzburg hatte der hohe Bevölkerungsverlust durch die Vertreibung katastrophale wirtschaftliche Folgen. Erzbischof Andreas Rohracher sprach 1966 im Rahmen eines Festaktes sein tiefes Bedauern über die Vertreibung aus und setzte sich für gegenseitige Achtung und Liebe ein. Insgesamt über 30.000 Personen verließen das Land Salzburg, die meist (17.000) eine neue Heimat in Preußen fanden. Einige Hundert der Salzburg Lutheraner unter Leitung des Augsburger Predigers Samuel Urlsberger fanden Zuflucht im nordamerikanischen Georgia wo sie unweit der Stadt Savannah die Siedlung Ebenezer gegründet haben. Mehr als ein Fünftel der Vertriebenen starb während der anstrengenden Märsche. Die letzten Protestanten der Erzdiözese Salzburg wurden (unter Missachtung des Toleranzpatents Kaiser Josefs II.) 1837 aus dem Tiroler Zillertal des Landes verwiesen. Maßgebliche Kräfte für die Vertreibung der Zillertaler Inklinanten waren dabei der Salzburger Erzbischof Fürst Schwarzenberg und der österreichische Kaiser Ferdinand, der Gütige. http://de.wikipedia.org/wiki/Salzburger_Exulanten
  • http://SalzburgerEmigranten.de/
Dieser Artikel wurde Vor 11 Jahren zuletzt bearbeitet