Heilanstalten Hohenlychen
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Sehenswürdigkeit
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Durch die Entdeckung des Tuberkulosebazillus und der von Ärzten entwickelten Behandlung zur Bekämpfung der Infektion, welche viel Sonnenlicht, saubere Luft, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung voraussetzte, erwarb Prof. Dr. Gotthold Pannwitz im Jahre 1902 über zehn Morgen Land von der Stadt Lychen und ließ dort eine Kinderheilstätte bauen. Diese Heilanstalten wurden zum größten Teil aus Spenden finanziert und vom Roten Kreuz unterhalten. Vorläufig wurden 20-30 Betten versuchsweise für drei Monate im Sommer verwendet. Innerhalb weniger Jahre stieg die Zahl der Betten auf 500 im Sommer und 300 Betten im Winterbetrieb, ebenfalls wurde ein Sanatorium für Frauen eröffnet.
Im Laufe der Jahre wurden die Heilanstalten ständig erweitert, 1914 waren alle Bautätigkeiten weitgehend abgeschlossen. 1911 besuchte die deutsche Kaiserin Auguste Victoria die Heilanstalten. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Heilanstalten als Lazarett genutzt. 1927 tagte der Hygienekommission des Völkerbundes in Hohenlychen.
Ab 1933 übernahm Dr. med. Karl Gebhardt die Leitung der Heilanstalten. Da die Zahl der Turberkuloseerkrankungen sank, verlagerte sich der Schwerpunkt der Heilanstalten von den bisherigen Lungenheilstätten zu drei weiteren Abteilungen und wurde umprofiliert. Bei der Übernahme im Jahre 1933 waren 133 Betten belegt. Ein Umbau mit Änderung des Profils war somit erforderlich. Der Schwerpunkt lag nun auf Sport- und Arbeitsschäden sowie der Wiederherstellungschirurgie, chirurgische und interne Abteilungen für spezielle Behandlungen für Erwachsene mit Gelenkerkrankungen und Lungenkrankheiten entstanden.
Im Zentrum stand die Arbeit für Sport- und Arbeitsschäden, damit wurden die Heilanstalten später zum Reichssportsanatorium. Durch die Finanzierung durch die Deutsche Sporthilfe konnten Investitionen zum Ausbau und zur Modernisierung der Anlage verwendet werden.
Den Höhepunkt erlebten die Heilanstalten ab 1935. Die klinische Abteilung für Sport- und Arbeitsschäden erfreute sich starken Zuspruchs. Der ehemalige Nationaltrainer Otto Nerz sprach von einer theoretischen „Hohenlychen Nationalmannschaft“, die in der Lage wäre, gegen nahezu allen hochwertigen Fußballteams zu bestehen, da viele Nationalspieler und Spitzensportler sich in Lychen behandeln und auskurieren ließen.
Nicht nur behandelten Patienten, sondern auch für Funktionäre der NSDAP galt Hohenlychen als „Modeaufenthaltsort“ zur Erholung. Dauergast waren hier Heinrich Himmler und Rudolf Heß. Die Besucherbücher weisen kaum eine Nazigröße auf, die nicht einmal die Heilanstalten besuchte. Unter den Besuchern waren neben Hitler selbst, der Reichsleiter, Reichssportführer, Staatssekretäre, Stabsärzte des Heeres und auch andere internationale Delegationen aus Italien, England, Frankreich, Portugal, Chile, Peru, Argentinien vertreten. Aus Japan verbrachte der Bürgermeister aus Tokio seinen Urlaub in Hohenlychen genauso wie das griechische Kronprinzenpaar. Neben dem Auskurieren und Erholen von Patienten und Funktionären wurden jetzt ebenfalls Vorträge vor allem für ärztliche Eliten abgehalten. Die Heilanstalten zählten nun über 500 Betten.
Schwimmhalle in den Lychener Heilanstalten
Eine Turnhalle konnte für Kinovorführungen und Betriebsfeiern umgestaltet werden. Es entstand, neben den Badeanlagen der Seen, eine große Schwimm- und Badehalle als Schwimm- und Behandlungsbecken mit Wassermassage mit Glasdach, welches an warmen Sonnentagen ausgezogen werden konnte. Neben weiteren Sportplätzen entstanden eine weitere Apotheke und eine Wetterstation, die zur Erforschung der Zusammenhänge vom Wetter und den Verlauf von Krankheiten erforschen sollte.
Die Heilanstalten erreichten einen Weltruf im Bereich der Meniskusschäden und zur Rehabilitation von Unfallverletzten, welches zum Spezialgebiet der Heilanstalten umfunktioniert wurde.
Nach dem Ende des Krieges nutzten die Russen die Heilanstalten ebenfalls als Lazarett und Geburtsstation. Mit einer Größe von 200 Betten erreichten die Heilanstalten nicht mehr ihre damalige Größe und wurden teils zu Wohneinheiten der Soldaten umfunktioniert. Am 31. August 1993 verließ das letzte sowjetische Kommando die Heilanstalten und beendete die sowjetische Besatzungsära.
Heute liegen die Heilanstalten als baufällige Anlagen in Hohenlychen. Einige ehemalige Ärztevillen wurden saniert und dienen als Wohnung. Der Großteil der Anlagen steht aber weitestgehend leer.
Im Laufe der Jahre wurden die Heilanstalten ständig erweitert, 1914 waren alle Bautätigkeiten weitgehend abgeschlossen. 1911 besuchte die deutsche Kaiserin Auguste Victoria die Heilanstalten. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Heilanstalten als Lazarett genutzt. 1927 tagte der Hygienekommission des Völkerbundes in Hohenlychen.
Ab 1933 übernahm Dr. med. Karl Gebhardt die Leitung der Heilanstalten. Da die Zahl der Turberkuloseerkrankungen sank, verlagerte sich der Schwerpunkt der Heilanstalten von den bisherigen Lungenheilstätten zu drei weiteren Abteilungen und wurde umprofiliert. Bei der Übernahme im Jahre 1933 waren 133 Betten belegt. Ein Umbau mit Änderung des Profils war somit erforderlich. Der Schwerpunkt lag nun auf Sport- und Arbeitsschäden sowie der Wiederherstellungschirurgie, chirurgische und interne Abteilungen für spezielle Behandlungen für Erwachsene mit Gelenkerkrankungen und Lungenkrankheiten entstanden.
Im Zentrum stand die Arbeit für Sport- und Arbeitsschäden, damit wurden die Heilanstalten später zum Reichssportsanatorium. Durch die Finanzierung durch die Deutsche Sporthilfe konnten Investitionen zum Ausbau und zur Modernisierung der Anlage verwendet werden.
Den Höhepunkt erlebten die Heilanstalten ab 1935. Die klinische Abteilung für Sport- und Arbeitsschäden erfreute sich starken Zuspruchs. Der ehemalige Nationaltrainer Otto Nerz sprach von einer theoretischen „Hohenlychen Nationalmannschaft“, die in der Lage wäre, gegen nahezu allen hochwertigen Fußballteams zu bestehen, da viele Nationalspieler und Spitzensportler sich in Lychen behandeln und auskurieren ließen.
Nicht nur behandelten Patienten, sondern auch für Funktionäre der NSDAP galt Hohenlychen als „Modeaufenthaltsort“ zur Erholung. Dauergast waren hier Heinrich Himmler und Rudolf Heß. Die Besucherbücher weisen kaum eine Nazigröße auf, die nicht einmal die Heilanstalten besuchte. Unter den Besuchern waren neben Hitler selbst, der Reichsleiter, Reichssportführer, Staatssekretäre, Stabsärzte des Heeres und auch andere internationale Delegationen aus Italien, England, Frankreich, Portugal, Chile, Peru, Argentinien vertreten. Aus Japan verbrachte der Bürgermeister aus Tokio seinen Urlaub in Hohenlychen genauso wie das griechische Kronprinzenpaar. Neben dem Auskurieren und Erholen von Patienten und Funktionären wurden jetzt ebenfalls Vorträge vor allem für ärztliche Eliten abgehalten. Die Heilanstalten zählten nun über 500 Betten.
Schwimmhalle in den Lychener Heilanstalten
Eine Turnhalle konnte für Kinovorführungen und Betriebsfeiern umgestaltet werden. Es entstand, neben den Badeanlagen der Seen, eine große Schwimm- und Badehalle als Schwimm- und Behandlungsbecken mit Wassermassage mit Glasdach, welches an warmen Sonnentagen ausgezogen werden konnte. Neben weiteren Sportplätzen entstanden eine weitere Apotheke und eine Wetterstation, die zur Erforschung der Zusammenhänge vom Wetter und den Verlauf von Krankheiten erforschen sollte.
Die Heilanstalten erreichten einen Weltruf im Bereich der Meniskusschäden und zur Rehabilitation von Unfallverletzten, welches zum Spezialgebiet der Heilanstalten umfunktioniert wurde.
Nach dem Ende des Krieges nutzten die Russen die Heilanstalten ebenfalls als Lazarett und Geburtsstation. Mit einer Größe von 200 Betten erreichten die Heilanstalten nicht mehr ihre damalige Größe und wurden teils zu Wohneinheiten der Soldaten umfunktioniert. Am 31. August 1993 verließ das letzte sowjetische Kommando die Heilanstalten und beendete die sowjetische Besatzungsära.
Heute liegen die Heilanstalten als baufällige Anlagen in Hohenlychen. Einige ehemalige Ärztevillen wurden saniert und dienen als Wohnung. Der Großteil der Anlagen steht aber weitestgehend leer.
Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Heilanstalten_Hohenlychen
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Koordinaten: 53°12'4"N 13°19'31"E
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